Schilderungen aus Paris
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Schilderungen aus Paris

  1. 192 Seiten
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Schilderungen aus Paris

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Über dieses Buch

Zwischen 1822 und 1824 reiste Börne zwei Mal in die französische Hauptstadt. Seine Aufzeichungen wurden im "Morgenblatt" veröffentlicht. Das E-Book Schilderungen aus Paris wird angeboten von Jazzybee Verlag und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:

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Information

Jahr
2012
ISBN
9783849606596
Schilderungen aus Paris
Ludwig Börne
Inhalt:
Ludwig Börne – Biografie und Bibliografie
Schilderungen aus Paris
I. Französische Sprache
II. Lebensessenz
III. Geldschwindsucht
IV. Das Gastmahl der Spieler
V. Stern und Steuermann
VI. Die Läden
VII. Der Greve-Platz
VIII. Talma
IX. Le Roi des Aulnes
X. Die Lesekabinette
XI. Das englische Speisehaus
XII. Der Garten der Tuilerien
XIII. Polichinel Vampire
XIV. Versailles
XV. Die Estaminets
XVI. Das Ludwigsfest
XVII. Gloire
XVIII. Gefrorenes
XIX. Die Schwefelbäder bei Montmorency
XX. Die Vendômesäule
XXI. Gretrys Herz
XXII. Die Anschlagzettel
XXIII. Die Septennalité
XXIV. Aristokratismus des Geistes
XXV. Die englische Schauspielergesellschaft
XXVI. Die Industrieausstellung im Louvre
Schilderungen aus Paris, L. Börne
Jazzybee Verlag Jürgen Beck
Loschberg 9
86450 Altenmünster
ISBN: 9783849606596
www.jazzybee-verlag.de

Dieses Werk bzw. Inhalt und Zusammenstellung steht unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz. Die Details der Lizenz und zu der Weiterverwertung dieses Werks finden Sie unter http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/. Der Inhalt wurde der TextGrid-Datenbank entnommen, wo der Inhalt ebenfalls unter voriger Lizenz verfügbar ist. Eine bereits bestehende Allgemeinfreiheit der Texte bleibt von der Lizensierung unberührt.

Ludwig Börne – Biografie und Bibliografie

Schriftsteller, geb. als Sohn eines jüdischen Bankiers 6. Mai 1786 in Frankfurt a. M., gest. 12. Febr. 1837 in Paris, hieß vor seinem Übertritt zum Christentum Löb Baruch. Der Vater wünschte, daß er Medizin studiere, und vertraute ihn der Leitung des ausgezeichneten jüdischen Arztes Markus Herz zu Berlin an. Für dessen schöne Frau, Henriette Herz, faßte der bewegliche Jüngling eine Leidenschaft, die nicht Erwiderung, aber schonende Duldung fand (vgl. »Briefe des jungen B. an Henriette Herz«, Leipz. 1861). Später studierte B. in Halle, dann in Heidelberg, wo er 1807 die medizinischen Studien mit kameralistischen u. staatswissenschaftlichen vertauschte, die er 1808 in Gießen fortsetzte. 1809 in seine Vaterstadt zurückgekehrt, wurde er unter großherzoglich frankfurtischer Regierung 1811 Aktuar bei der Polizeidirektion, ohne daß ein Glaubenswechsel von ihm begehrt ward. Ende 1813, nach Auflösung des Großherzogtums Frankfurt, als Jude gegen seinen Wunsch pensioniert, verfaßte B. im Interesse der Frankfurter Judenschaft mehrere Denkschriften, mit denen er seine publizistische Laufbahn begann. Innerlich jedoch früh seinen Stammesgenossen entfremdet, trat er 5. Juni 1818 zum Christentum über und nannte sich von nun an Ludwig B. Vom Juli bis Oktober 1819 redigierte er »Die Zeitschwingen«, von 1818–21 »Die Wage, Blätter für Bürgerleben, Wissenschaft und Kunst«, in der er die Reihe jener sowohl ästhetischen als politischen Artikel zu veröffentlichen begann, die ihm den Ruf eines geistvollen Oppositionsschriftstellers verschafften. Fortan lebte er, journalistisch tätig, abwechselnd in Paris, Heidelberg, Frankfurt, Berlin und Hamburg. Der Tod seines Vaters gab ihm 1827 materielle Unabhängigkeit. Die Kunde von der Pariser Julirevolution begrüßte er mit Enthusiasmus, ging schon im Herbst des Jahres 1830 wieder nach Paris, das ihm nunmehr als das Mekka der politischen Freiheit galt, und ließ sich seit 1832 dauernd in der französischen Hauptstadt nieder. Seine literarische Wirksamkeit setzte er von hier aus mit den »Briefen aus Paris« fort und ward wie einer der Hauptvorläufer, so nunmehr auch einer der Hauptschriftsteller des »jungen Deutschland«, das die Zeit gekommen erachtete, die ästhetisch-sittliche Kultur der Nation mit der rein politischen zu vertauschen. Dabei entfremdete sich B. der Heimat mehr und mehr und schalt sich in eine höchst einseitige Verachtung des damaligen deutschen Lebens hinein. Seit 1833 war er kränklich. An Jeanne Wohl, an die er seine »Pariser Briefe« gerichtet hatte, fand B. eine sorgfältige, aufopfernde Pflegerin. Während seiner letzten Lebensjahre ergriffen ihn die Erscheinung und das Auftreten Lamennais' in mächtiger Weise; die Idee der demokratisch-christlichen Völkerverbrüderung eignete er sich an und sah sie zunächst durch die geistige Hegemonie Frankreichs verkörpert. In diesem Sinne nahm er seine seit 1821 eingegangene Zeitschrift »Die Wage« wieder auf und ließ sie als »Balance« in französischer Sprache erscheinen. Nach dem Beschluß des Bundesrates zu Frankfurt 1835, der infolge der Angriffe Menzels auf das »junge Deutschland« sämtliche vergangene und zukünftige Schriften desselben verbot, schrieb B. die Streitschrift: »Menzel, der Franzosenfresser« (Par. 1836), worin er dessen teutonische Einseitigkeit geißelte. Seine letzte Ruhestätte fand B. auf dem Friedhofe Père Lachaise, wo ihm 1843 von seinen Landsleuten ein von David gefertigtes Erzdenkmal errichtet wurde. – Der Schwerpunkt seines Wesens lag im politischen Pathos, in der Hingabe an die Idee der Freiheit, wie er sie verstand. In seinen Theater- und Literaturkritiken verriet er gelegentlich einen guten Blick für poetische Schönheit, ein treffendes Urteil, aber mit gröblicher Unduldsamkeit gegen jede andre Welt- und Lebensanschauung als seine eigne mißhandelte er selbst die Heroen der deutschen Literatur. Besonders sein Urteil über Goethe war äußerst beschränkt. Für den deutschen Journalismus galt B. jedoch lange Zeit als Meister und Vorbild. Die Uneigennützigkeit seines Charakters genügt freilich nicht, um die Einseitigkeit seiner Anschauungen und die Befangenheit seines Urteils vergessen zu machen. Der ersten Ausgabe seiner »Gesammelten Schriften« (Hamb. 1829–34, 14 Tle.) folgten die »Nachgelassenen Schriften« (Mannh. 1844–50, 6 Bde.); eine vollständigere Ausgabe der »Gesammelten Schriften« erschien in 12 Bänden (Hamb. 1862–63, neue Aufl. 1868) und in 6 Bänden, besorgt von A. Klaar (Leipz. 1899). Seine französischen Schriften (»Fragments politiques et littéraires«) gab Cormenin heraus (Par. 1842; deutsch von Weller, Bern 1847). Vgl. Gutzkow, Börnes Leben (Hamb. 1840); Heine, Über L. B. (das. 1840); Gervinus, Über Börnes Briefe aus Paris (»Historische Schriften«, Darmst. 1838); Holzmann, L. B., sein Leben und sein Wirken (Berl. 1888); Brandes, Das junge Deutschland (4. Aufl., Leipz. 1899); Joh. Proelß, Das junge Deutschland (Stuttg. 1892).

Schilderungen aus Paris

I. Französische Sprache

Wir gemeinen deutschen Bürgersleute, die wir in unserer Jugend keine französischen Gouvernanten gehabt, ob zwar Gouverneurs genug, benutzen gern den Aufenthalt in Frankreich, uns in der französischen Sprache zu vervollkommnen. Wir erfahren aber bald, daß es damit schwer geht und sehr langsam; was Hänschen nicht lernt, holt Hans nicht nach. Bleibt ein deutscher Welt- oder Geschäftsmann ein Jahr oder auch längere Zeit in Paris, dann lernt er zwar mehrere Variationen über sein altes bon jour sprechen, doch das ist alles.
Hat aber ein Deutscher das Unglück, von der gelehrten Klasse zu sein, und die Eitelkeit, sich als Mann von Verstand zeigen zu wollen, dann geht es ihm noch schlimmer. Diese Eitelkeit aber wird in Paris leicht rege gemacht. Die Franzosen haben vor einem deutschen Gelehrten einen ungeheuern Respekt, einen größern, als sie vor einer Encyklopädie in hundert Foliobänden haben, denn sie schätzen ihn zweihundert Bände stark. Kommt es aber zur Anwendung, zum Reden, Schreiben, zur künstlerischen Darstellung, zum Gespräche, dann lachen sie ihn aus, und wenn sie dem Gelehrten nicht sagen: Du bist ein Vieh! so unterlassen sie es bloß aus Artigkeit, aber sie denken es gewiß. Nun wird der deutsche Gelehrte hitzig, und er will zeigen, daß etwas in ihm steckt. Aber was kann er in geselligen Zweikämpfen gegen Franzosen gewinnen? Der Witz der Franzosen ist ein Degen, der ein Spitze hat, aber keine Schneide; der Witz der Deutschen ist ein Schwert, das eine Schneide hat und keine Spitze, und der Stechende besiegt den Hauenden immer. Jetzt wird der Gelehrte noch hitziger, er mustert seine schönsten Gedanken und rüstet sich fürchterlich. Da gewahrt er aber mit Schrecken, daß das beste, was er weiß und fühlt, sich im Französischen gar nicht sagen läßt, und er senkt ganz demütig seine Flügel. Vergebens bereitet er sich vor, vergebens durchblättert und zerknittert er das Wörterbuch der französischen Akademie: er findet keinen Ausdruck für seine innere Regung. Seit 1819 steht in meinem Tagebuch ein Gedanke, auf den ich mir etwas einbilde – wie nun jeder Mensch seine Schwachheiten hat. Es ist der: »X. ist der Leithammel der deutschen Aristokratie ...« Den will ich heute Abend anbringen, dachte ich. Wie gebe ich das französisch? Anfänglich wollte ich in meiner Unschuld Leithammel durch mouton directeur übersetzen, und ich hätte vielleicht wohlgetan, dieser ersten Eingebung zu folgen. Aber um vorsichtig zu verfahren, suchte ich im Wörterbuch auf, wie Leithammel heißt, und da fand ich: Le mouton porteclochette. Es sieht wohl jeder ein, wie lächerlich ich mich gemacht haben würde, wenn ich gesagt hätte: Mr. d'X. est le mouton porteclochette de l'aristocratie ... Und darüber soll einer nicht toll werden? In Frankreich kann ich den Gedanken, in Deutschland darf ich ihn in den ersten hunderttausend Jahren nicht sagen, und soll er nicht ungenossen verderben, muß ich ihn fideikommissarisch auf meine späteste Nachkommenschaft zu bringen suchen.
Nachdem ich eine Zeit lang in Paris gewesen, kam eine wahre Leidenschaft über mich, das Theater und die Literatur der Franzosen in ihren eigenen Blättern zu kritisieren; aber gleich nach dem ersten Versuche verging mir alle Lust zu solchem Unternehmen. Einst las ich in einem Blatte einen Artikel, überschrieben: Bulletin musical, und unterzeichnet: Le vieux mélomane. Darin war unter andern von Webers Freischütz die Rede. Der alte Musiknarr fing damit an, sich zu entschuldigen, daß er sich etwas weniges »de cette pauvre Allemagne « beschäftigen werde. Deutschland in Beziehung auf Musik arm zu nennen, fand ich nur unverschämt, weil es kein gröberes Wort giebt als unverschämt. Dann hielt er Maria von Weber für ein Frauenzimmer, und das wollte ich nicht auf meine deutsche Schwestern kommen lassen; denn eine Frau soll keinen Lärm machen, nicht einmal einen musikalischen. Endlich erzählte er, der Freischütz habe bei den froids Allemands den lebhaftesten Enthusiasmus erregt, und hierüber auch glaubte ich einiges bemerken zu müssen. Ich nahm mir also vor, einen Artikel dagegen zu schreiben. Ich versah mich gehörig mit Wörterbüchern, Synonymiken und Sprachlehren und fing zu laborieren an. Da ich mich gleich französisch zu denken bemühte, so verdroß das einige patriotische Gedanken, sie blieben zurück und ließen mich im Stich. Für die Gedanken, die ich, ohne meinen Zweck zu verfehlen, nicht weglassen konnte, fand ich keine ganz entsprechenden französischen Ausdrücke; kurz ich hatte meine erschreckliche Not.
Endlich brachte ich mit saurer Mühe nachfolgendes Schreiben an die Herausgeber jenes Blattes zustande: »Permettez moi, Messieurs, de rectifier une petite erreur statistique qui s'est glissée dans votre bulletin musical d'aujourd'hui ... Vous parlez de l'opéra le Freyschutz de Maria de Weber, après avoir timidement demandé la permission à vos lecteurs de vous occuper un peu de cette pauvre Allemagne. Ma patrie, grâve à la générosité française, n'est pas aussi pauvre que le vieux mélomane paraît le croire. Vos soldats ne nous ont pris que notre argent, perte que nous avons réparée depuis .... Le vieux mélomane fait encore un plus grand tort à mes compatriotes, en soutenant que l'opéra le Freyschutz a excité leur admiration. Nous aimons la musique de Weber, mais nous ne l'admirons pas et nul Français n'ignore, qu'on peut être aimable sans être admirable. Le plaisir que Mr. de Weber nous a donné, quoiqu' étendu n'était pas profond pour cela, et ce n'est que la profondeur d'un sentiment agréable qui puisse éveiller l'enthousiasme. Le compositeur du Freyschutz est le premier Allemand, qui ait créé une musique dramatique nationale, car Mozart, pareil à Shakespeare, Raphael et à Buonaparte, était trop grand pour être national, un vaste génie n'ayant jamais de limites geographiques pour bornes.
L'aristocratie et la populace en Allemagne ont depuis longtemps des opéras conformes à leur intelligence, mais le Freyschutz est le premier, qui réponde au tiers-état musical.« Unterzeichnet: Un pauvre Allemand.
Nachdem, ich den Artikel geendigt und mich erholt hatte, brachte ich ihn einem Freunde, daß er die Fehler darin verbessere. Mein Freund ist zwar ein Franzose, war aber lange in Deutschland gewesen und versteht die deutsche Sprache vollkommen. Bei diesem fand ich dessen Bruder, einen Gelehrten, und noch einen dritten, mir Unbekannten, dem es aber, wie keinem Franzosen aus dem wohlhabenden Stande, an literarischer Bildung fehlen konnte. Der Artikel wurde laut vorgelesen. Im Vorbeigehen will ich bemerken, daß ich den drei Herren ihren Ärger darüber, daß sich ein Ausländer herausnehmen wolle, sich über Franzosen lustig zu machen, sehr ...

Inhaltsverzeichnis

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