"Vom Erkennen des literarischen Kunstwerks" ist zuerst (poln. 1937) als erkenntnistheoretisches - und geringfügig populäreres - Pendant zur ontologischen Theorie "Das literarische Kunstwerk" (1931) angelegt. In der deutschen Fassung (Erstpublikation 1968) wird es zum gedankenreichen literaturphilosophischen Alterswerk. Wie schon "Der Streit um die Existenz der Welt" (Erstpublikation 1947/48), so ist auch "Vom Erkennen" als Antwort auf Krieg, Völkermord und Totalitarismen zu lesen, im Sinne des Beharrens auf den Fundamenten der humanen Existenz. Dem "Ende der Ontologie" setzt Roman Ingarden (1893-1970) den Nachweis der Notwendigkeit ontologischer Reflexion bei der Ergründung erkenntnistheoretischer Sachverhalte entgegen (vgl. die 'ästhetische Konkretisation'), der am Wert verzweifelten Nachkriegsliteratur die Erörterung der Werte, Wertqualitäten und ihrer möglichen Synthesen im konkretisierten literarischen Kunstwerk. Gegenüber "Das literarische Kunstwerk" arbeitet er neu die quasi-zeitliche Dimension des literarischen Kunstwerks aus, 'entdeckt' die künstlerischen Funktionen der Unbestimmtheit, bezieht die Lyrik und das Gattungswesen der Literatur ein und analysiert die verschiedenen Erkenntnisziele und -zugänge zum literarischen Kunstwerk. Dem Liebhaber vermittelt das Buch eine Begründung des legitimen Entzückens am ästhetischen Gegenstand, dem Literaturwissenschaftler eine Grundlegung seiner analytischen und funktionellen Erkenntnisoperationen. Ein ausführliches analytisches Inhaltsverzeichnis, ein davon abgeleitetes System von Kolumnentiteln sowie ein Personenverzeichnis erleichtern in dieser neuen Ausgabe die Arbeit mit diesem Buch.

- 536 Seiten
- German
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Vom Erkennen des literarischen Kunstwerks
Über dieses Buch
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Information
Thema
PhilosophieThema
Moderne PhilosophieInhaltsverzeichnis
- Vorwort der Herausgeber
- Einleitung
- § 1. Das Gebiet der Betrachtung
- § 2. Vorläufige Andeutung des Problems
- § 3. Die Anpassung des Erkennens an die Grundstruktur des Erkenntnisgegenstandes
- § 4. Grundbehauptungen über den wesenseigenen Aufbau des literarischen Kunstwerks
- § 5. Das schriftlich festgelegte literarische Werk
- § 6. Beschränkung des Themas und erste Grundthesen
- I. Die in das Erkennen des literarischen Kunstwerks eingehenden verschiedenen Funktionen
- § 7. Das Erfassen der Schriftzeichen und der Wortlaute
- § 8. Das Verstehen der Wortbedeutungen und der Satzsinne
- § 9. Passives und aktives Lesen
- § 10. Objektivierung als der Übergang von den intentionalen Sachverhalten zu den im literarischen Werk dargestellten Gegenständlichkeiten
- § 11. Die Konkretisierung der dargestellten Gegenständlichkeiten
- § 12. Aktualisierung und Konkretisierung der Ansichten
- § 13. Besonderheit des Verstehens des literarischen Kunstwerks als einer Dichtung
- § 13a. Das Zusammenfassen aller Schichten des Werkes zur Ganzheit und die Erfassung seiner Idee
- § 14. Der Einfluß der Zusammengesetztheit der Erfassung des literarischen Kunstwerks auf die Gestalt seiner Konkretisation
- II. Die Zeitperspektive in der Konkretisation des literarischen Kunstwerks
- § 15. Die Struktur der Aufeinanderfolge der Teile des Werkes
- § 16. Das Kennenlernen des literarischen Kunstwerks während der Lektüre
- § 17. Die Phänomene der “Zeitperspektive”
- § 18. Die Zeitperspektive in der Konkretisation des literarischen Kunstwerks
- § 19. Das Erkennen des literarischen Kunstwerks nach der Lektüre
- III. Bemerkungen über das Erkennen des wissenschaftlichen Werkes
- § 20. Über den Unterschied zwischen dem wissenschaftlichen Werk und dem literarischen Kunstwerk
- § 21. Das Verstehen des wissenschaftlichen Werkes und die perzeptive Erfassung des literarischen Kunstwerks
- IV. Die Abwandlungen des Erkennens des literarischen Kunstwerks
- § 22. Ausblick auf weitere Probleme
- § 23. Über verschiedene Einstellungen beim Erkennen des literarischen Kunstwerks
- § 24. Das ästhetische Erlebnis und der ästhetische Gegenstand
- § 25. Gibt es ein “literarisches” Erlebnis besonderer Art, oder gehört es zu den ästhetischen Erlebnissen?
- § 26. Einige Bemerkungen über die literarischen ästhetischen Erlebnisse
- § 27. Das vor-ästhetische forschende Betrachten des literarischen Kunstwerks
- § 28. Das betrachtende Erkennen der ästhetischen Konkretisation des literarischen Kunstwerks
- § 29. Der Unterschied zwischen dem ästhetischen Erkennen des literarischen Kunstwerks und dem betrachtenden Erkennen seiner ästhetischen Konkretisation
- V. Ausblick auf einige Probleme der kritischen Betrachtung der Erkenntnis des literarischen Kunstwerks
- § 30. Einleitende Bemerkungen
- § 31. Erkenntniskritische Probleme des vorästhetischen betrachtenden Erkennens des literarischen Kunstwerks
- § 32. Einige Probleme der Erkenntniskritik des ästhetischen Erlebnisses
- § 33. Einige erkenntniskritische Probleme der Erkenntnis der ästhetischen Konkretisation des literarischen Kunstwerks
- Nachwort
- Editorische Notiz
- Textkritischer Anhang
- Analytisches Inhaltsverzeichnis
- Personenregister
Häufig gestellte Fragen
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