Menschen lesen
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Ein FBI-Agent erklĂ€rt, wie man Körpersprache entschlĂŒsselt

Joe Navarro

  1. 272 pages
  2. German
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  4. Disponible sur iOS et Android
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Ein FBI-Agent erklĂ€rt, wie man Körpersprache entschlĂŒsselt

Joe Navarro

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Ein solches Buch ĂŒber Körpersprache hat es noch nie gegeben: geschrieben von einem FBI-Agenten, dessen Aufgabe es 25 Jahre lang war, Spione, Mörder und Verbrecher anhand ihrer Körpersprache zu entlarven. Denn nur 20 Prozent unserer Kommunikation laufen ĂŒber das gesprochene Wort. Wir kommunizieren also zu 80 Prozent nonverbal und unbewusst. Der international anerkannte Experte Joe Navarro erklĂ€rt exakt, wie man sein GegenĂŒber durchschaut, wie man GefĂŒhle und Verhaltensweisen prĂ€zise entschlĂŒsselt, Fallstricken ausweicht und souverĂ€n Körperhaltung und Mimik entlarvt, die in die Irre fĂŒhren sollen. Von Kopf bis Fuß werden Gesten, Haltung und Mimik unter die Lupe genommen und nach dem neuesten Stand der Forschung analysiert.

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Informations

Éditeur
mvg
Année
2010
ISBN
9783864150036

1. Die Geheimnisse nonverbaler Kommunikation

Jedes Mal, wenn ich mich mit anderen Menschen ĂŒber das Thema Körpersprache austausche, fĂ€llt zwangslĂ€ufig irgendwann die Frage: »Joe, wie bist du ĂŒberhaupt darauf gekommen, dich mit nonverbalem Verhalten zu befassen?« Nun, das war nichts, was ich mir speziell vorgenommen oder langfristig geplant hĂ€tte. Mein Interesse erwuchs vielmehr aus einer praktischen Notwendigkeit heraus – der Notwendigkeit, sich erfolgreich an eine neue, fremde Lebensart anzupassen. Als ich acht Jahre alt war, kam ich als FlĂŒchtling aus Kuba in die USA. Wir verließen die Insel nur wenige Monate nach der Schweinebucht-Invasion und waren damals zunĂ€chst ĂŒberzeugt, wir wĂŒrden nur kurze Zeit in den Vereinigten Staaten bleiben.
Am Anfang konnte ich kein Wort Englisch und so tat ich das, was auch Tausende anderer Immigranten taten, die ins Land kamen. Wenn ich zu meinen neuen Schulkameraden dazugehören wollte, so wurde mir schnell klar, dann musste ich mich auf die »andere« Sprache konzentrieren, die mir leichter zugĂ€nglich war: die Sprache nonverbalen Verhaltens. Und ich stellte fest, dass ich diese Sprache sofort ĂŒbersetzen und verstehen konnte. In jener Zeit betrachtete ich den menschlichen Körper als eine Art Schautafel, auf der die Gedanken eines Menschen bildlich dargestellt sind – anhand von Mimik, Gestik und anderen Bewegungen konnte ich sie ablesen. Mit der Zeit lernte ich natĂŒrlich Englisch – und bĂŒĂŸte sogar einige FĂ€higkeiten in meiner Muttersprache ein –, aber die nonverbale Sprache des Körpers blieb fĂŒr mich immer wichtig, denn ich hatte schon in jungen Jahren gelernt, dass ich mich auf die nichtsprachlichen Kommunikationssignale meiner Mitmenschen fast immer verlassen konnte.
Anfangs nutzte ich Körpersprache, um dahinterzukommen, was meine Klassenkameraden und Lehrer mir zu vermitteln versuchten und welche Haltung sie mir gegenĂŒber einnahmen. Eines der ersten Dinge, die ich bemerkte, war, dass SchĂŒler oder Lehrer, die mich wirklich mochten, ihre Augenbrauen hoben, wenn ich den Raum betrat. Andererseits kniffen diejenigen, die mir nicht sonderlich freundlich gesinnt waren, ihre Augen leicht zusammen, wenn ich auf der BildflĂ€che erschien – ein Verhalten, das man nie wieder vergisst, wenn man es einmal beobachtet hat. Wie so viele andere Immigranten vor mir verwendete ich diese nonverbalen Informationen, um Freundschaften schnell einschĂ€tzen und aufbauen zu können, um trotz der Sprachbarriere in Kontakt mit anderen zu treten, Konflikten aus dem Weg zu gehen und gute Beziehungen zu pflegen. Viele Jahre spĂ€ter half mir das Wissen um diese Besonderheit der Mimik dabei, als Special Agent beim Federal Bureau of Investigation (FBI) Verbrechen zu lösen (siehe Kasten 1).
Ausgehend von dem, was ich in meinem Leben lernte, und meiner besonderen Ausbildung möchte ich Ihnen beibringen, wie man die Welt aus Sicht eines FBI-Experten fĂŒr nonverbale Kommunikation wahrnimmt: Es offenbart sich ein lebendiges, dynamisches Umfeld, in dem jede menschliche Interaktion eine Vielzahl von Informationen in sich birgt. Und diese Informationen in Form von lautlosen Signalen können Sie dazu nutzen, um mehr darĂŒber zu erfahren, was Menschen denken, was sie fĂŒhlen und was sie zu tun beabsichtigen. Wenn Sie es schaffen, dieses Wissen in der Praxis anzuwenden, dann wird Ihnen das in allen Lebenslagen enorme Vorteile verschaffen. Es kann Sie aber auch schĂŒtzen, weil Sie Einblicke in menschliche Verhaltensweisen erhalten werden, die Ihnen sonst verborgen geblieben wĂ€ren.

Was versteht man unter nonverbaler Kommunikation?

Nonverbale Kommunikation, die oft auch als nonverbales Verhalten oder Körpersprache bezeichnet wird, ist – ebenso wie das gesprochene Wort – eine Form der Informationsvermittlung, nur dass sie mithilfe von Mimik, Gestik, BerĂŒhrungen, Körperbewegungen, Haltung, Körperinszenierung (Kleidung, Schmuck, Frisur, TĂ€towierungen und so weiter) und sogar mithilfe von Tonfall, Klangfarbe und LautstĂ€rke der Stimme umgesetzt wird.
Mit einem Wimpernschlag
Kasten 1
Wir weichen einem Blick aus, wenn wir uns unwohl fĂŒhlen oder etwas sehen, das uns nicht gefĂ€llt. Das Zusammenkneifen der Augen (wie im Fall meiner Klassenkameraden) und das Schließen oder Zuhalten unserer Augen sind Verhaltensweisen, die wir entwickelt haben, um uns vor dem Anblick unerwĂŒnschter Dinge zu schĂŒtzen, aber auch, um unsere GeringschĂ€tzung anderen gegenĂŒber zum Ausdruck zu bringen.
Als Ermittler machte ich mir dieses Wissen einmal zunutze, als ich im Fall eines verheerenden Hotelbrands in Puerto Rico ermittelte, bei dem 97 Menschen ums Leben gekommen waren. Schnell geriet ein Wachmann unter Verdacht, weil das Feuer just in seinem ZustĂ€ndigkeitsbereich ausgebrochen war. Eine der Methoden, mit denen wir schließlich herausfanden, dass er das Feuer nicht gelegt hatte, war, ihm eine Reihe prĂ€ziser Fragen zu stellen: Wo er sich vor Ausbruch des Feuers befunden habe. Wo er zum Zeitpunkt des Ausbruchs gewesen sei. Und schließlich, ob er das Feuer gelegt habe oder nicht. Bei jeder Frage beobachtete ich sorgsam, ob er Anstalten machte, meinem Blick auszuweichen. Nur einmal wandte er die Augen ab, nĂ€mlich bei der Frage, wo er sich bei Ausbruch des Feuers befunden habe. Seltsamerweise schien ihn die Frage »Haben Sie das Feuer gelegt?« nicht weiter zu beunruhigen. Dies sagte mir, dass das eigentliche Problem nicht seine mögliche Beteiligung an der Brandstiftung war, sondern vielmehr sein Aufenthaltsort zum Zeitpunkt der Katastrophe. Die leitenden Ermittler hakten diesbezĂŒglich nach und schließlich gab er zu, seinen Posten verlassen zu haben, um seiner Freundin einen Besuch abzustatten, die ebenfalls in dem Hotel tĂ€tig war. Bedauerlicherweise drangen die Brandstifter genau wĂ€hrend dieser Zeit in den Bereich ein, den er hĂ€tte bewachen sollen, und legten das Feuer.
Der ausweichende Blick des Wachmanns gab uns den notwendigen Hinweis, um ganz gezielt einer bestimmten Frage weiter nachzugehen, die schließlich zur Lösung des Falls fĂŒhrte. Kurz darauf wurden die drei fĂŒr das tragische Feuer verantwortlichen Brandstifter verhaftet und zur Rechenschaft gezogen. Der Wachmann hatte zwar grob fahrlĂ€ssig gehandelt, weswegen er unter starken SchuldgefĂŒhlen litt, aber er war nicht der TĂ€ter.
Nonverbale Verhaltensweisen machen etwa 60 bis 65 Prozent der gesamten zwischenmenschlichen Kommunikation aus – eine Quote, die beim Liebesakt sogar auf 100 Prozent ansteigen kann (Burgoon, 1994, 229–285).
Nonverbale Kommunikation kann auch die wahren Gedanken, GefĂŒhle und Absichten einer Person offenbaren. Aus diesem Grund werden nichtsprachliche Verhaltensweisen manchmal auch als Tells bezeichnet (Pokerfreunde wissen: Diese sagen etwas ĂŒber die wahre GemĂŒtsverfassung eines Menschen aus). Weil man sich normalerweise der Tatsache nicht bewusst ist, dass man auch mit nonverbalen Mitteln kommuniziert, ist Körpersprache in der Regel authentischer als verbale Äußerungen, die der Sprecher bewusst formuliert, um bestimmte Ziele zu erreichen (siehe Kasten 2).
Jedes Mal, wenn Ihre Beobachtung der nonverbalen Verhaltenweisen eines anderen Menschen dazu beitrĂ€gt, seine GefĂŒhle, Absichten oder Handlungen zu verstehen – oder seine sprachlichen Äußerungen besser zu deuten –, dann wissen Sie: Sie haben seine lautlosen Signale erfolgreich entschlĂŒsselt und einen eindeutigen Nutzen daraus gezogen.

Was bringt das Wissen um nonverbales Verhalten?

Durch ausfĂŒhrliche Forschungsarbeit konnte belegt werden, dass Menschen, die nonverbale Kommunikation wirkungsvoll lesen und deuten können – und die außerdem noch steuern können, wie andere sie selbst wahrnehmen –,
Taten sagen mehr als Worte
Kasten 2
Ein denkwĂŒrdiges Beispiel dafĂŒr, um wie viel ehrlicher Körpersprache sein kann als gesprochene Sprache, ist die Ermittlung in einem Vergewaltigungsfall im Parker-Indianerreservat in Arizona. Ein TatverdĂ€chtiger wurde zum Verhör aufs Revier bestellt. Seine Worte klangen ĂŒberzeugend und sein Alibi plausibel. Er behauptete, er sei dem Opfer nicht begegnet, sondern sei bei seiner Arbeit auf dem Feld eine Reihe Baumwollpflanzen abgeschritten, nach links abgebogen und dann geradewegs nach Hause gegangen. WĂ€hrend meine Kollegen sich Notizen dazu machten, wandte ich meinen Blick keine Sekunde von dem VerdĂ€chtigen ab. Dabei bemerkte ich, dass er, wĂ€hrend er sagte, er sei nach links abgebogen und nach Hause gegangen, mit der Hand nach rechts deutete – also in die Richtung, die zum Tatort fĂŒhrte. HĂ€tte ich ihn nicht beobachtet, wĂ€re mir die Abweichung zwischen seinem verbalen (»Ich ging nach links«) und seinem nonverbalen Verhalten (die nach rechts zeigende Hand) niemals aufgefallen. So aber keimte in mir der Verdacht, dass er womöglich log. Ich wartete eine Zeit lang und konfrontierte ihn dann mit diesem Widerspruch. Nach einer Weile gestand er schließlich.
mehr Erfolg im Leben haben als Menschen, denen diese FĂ€higkeit fehlt (Goleman, 1995, 13–92). Mit diesem Buch habe ich mir zum Ziel gesetzt, Ihnen beizubringen, wie Sie die Welt um sich herum exakt beobachten und nonverbale Signale in jeder beliebigen Situation richtig interpretieren können. Dieses wertvolle Wissen wird Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern und Ihr Leben ebenso bereichern, wie dies bei mir der Fall war.
Besonders faszinierend ist, dass Sie dieses Wissen um nonverbales Verhalten universell einsetzen können. Es funktioniert ĂŒberall da, wo Menschen in Kontakt miteinander treten. Nonverbale Kommunikation ist allgemeingĂŒltig und zuverlĂ€ssig. Wenn man erst einmal weiß, was ein spezielles nonverbales Verhalten zu bedeuten hat, kann man diese Information in allen möglichen Situationen und Umgebungen anwenden. Es ist im Grunde sogar ziemlich schwierig, ohne nonverbale Mittel wirkungsvoll zu kommunizieren. Falls Sie sich jemals gefragt haben sollten, warum sich Menschen im Zeitalter von Computern, SMS, E-Mails, Telefonen und Videokonferenzen die MĂŒhe machen, in ein Flugzeug zu steigen und zu einer Besprechung zu fliegen: Es liegt an dem BedĂŒrfnis, leibhaftig anwesend zu sein und nonverbale Zeichen zu Ă€ußern und zu beobachten. Nichts ist aussagekrĂ€ftiger als die Beobachtung von nonverbalen Verhaltensweisen live und vor Ort. Und zwar weil sie so macht- und bedeutungsvoll sind. Alles, was Sie in diesem Buch lernen, werden Sie kĂŒnftig situations- und umgebungsunabhĂ€ngig anwenden können. Hier ein Beispiel:
Wie ein Arzt ein glĂŒckliches HĂ€ndchen bewies
Kasten 3
Vor einiger Zeit hielt ich vor einer Gruppe von Pokerspielern ein Seminar darĂŒber, wie man das Wissen um nonverbales Verhalten anwendet, um die Karten seiner Gegner zu »lesen« und mehr Geld am Spieltisch zu gewinnen. Weil Poker ein Spiel ist, in dem Bluffen und TĂ€uschen eine wichtige Rolle spielen, haben Spieler naturgemĂ€ĂŸ ein großes Interesse daran, die Tells ihrer Gegner lesen zu können. FĂŒr sie ist die EntschlĂŒsselung nonverbaler Zeichen ein zentraler Erfolgsfaktor. Viele Seminarteilnehmer waren dankbar fĂŒr die Einblicke, die ich ihnen gewĂ€hrte, doch ich staunte vor allem darĂŒber, wie viele von ihnen auf Anhieb begriffen, wie wichtig das VerstĂ€ndnis und die Nutzbarmachung nonverbalen Verhaltens auch jenseits des Pokertischs ist.
Zwei Wochen nach der Veranstaltung erhielt ich von einem der Teilnehmer, einem Arzt aus Texas, eine E-Mail, in der er mir schrieb: »Mit am erstaunlichsten finde ich, dass das, was ich in Ihrem Seminar gelernt habe, auch in meiner Praxis sehr nĂŒtzlich ist. Die nonverbalen Signale, auf die Sie uns hingewiesen haben, um Pokerspieler zu analysieren, haben mir auch bei meinen Patienten gute Dienste geleistet. Jetzt merke ich viel leichter, ob jemand guter Dinge ist, sich unwohl fĂŒhlt oder mir etwas verheimlicht.« Die E-Mail dieses Arztes belegt eindrĂŒcklich die AllgemeingĂŒltigkeit nichtsprachlicher Kommunikation und ihre Bedeutung in allen Lebensbereichen.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Ich bin davon ĂŒberzeugt, dass jeder durchschnittlich begabte Mensch lernen kann, mithilfe des Wissens um nonverbale Kommunikation sein Leben zu verbessern. Ich bin mir dessen so sicher, weil ich in den letzten 20 Jahren Tausenden von ganz normalen, durchschnittlich begabten Menschen gezeigt habe, wie man nonverbales Verhalten deutet und erfolgreich einsetzt, um persönliche wie berufliche Ziele zu erreichen. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn Sie und ich wie Partner zusammenarbeiten – und deshalb sollte jeder seinen Beitrag zum Gelingen unseres Gemeinschaftsprojekts leisten.
Zehn Gebote, um nonverbale Signale erfolgreich zu entschlĂŒsseln
»Menschen lesen«, sie nonverbal verstehen, ihre Gedanken, GefĂŒhle und Absichten einschĂ€tzen können – das ist eine FĂ€higkeit, die man ohne eine fundierte Anleitung und stĂ€ndige Übung nicht erwerben kann. Um Ihnen dabei etwas SchĂŒtzenhilfe zu leisten, möchte ich Ihnen einige wichtige Leitlinien – oder Gebote – mit auf den Weg geben. Wenn Sie diese Gebote in Ihren Alltag integrieren und sie routinemĂ€ĂŸig befolgen, werden sie Ihnen schon bald in Fleisch und Blut ĂŒbergegangen sein, sodass Sie kaum noch darĂŒber nachdenken mĂŒssen. Es ist so Ă€hnlich wie Autofahren. Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Fahrstunden? Wenn es Ihnen so ging wie mir, dann waren Sie vollauf damit beschĂ€ftigt, das Fahrzeug zu steuern und sich alle Handgriffe zu merken, die im Wagen zu verrichten waren; was hingegen auf der Straße vor sich ging, darauf konnten Sie sich anfangs kaum konzentrieren. Erst als Sie sich hinterm Steuer sicherer fĂŒhlten, waren Sie in der Lage, Ihre Aufmerksamkeit auf die gesamte Fahrumgebung zu richten. Dies trifft auch auf nonverbales Verhalten zu. Sobald man erst einmal die Klaviatur der nonverbalen Kommunikation wie im Schlaf zu spielen beherrscht, kann man seine ganze Aufmerksamkeit darauf richten, die Welt um sich herum wahrzunehmen und zu entschlĂŒsseln.
1. Gebot: Du sollst ein aufmerksamer Beobachter deiner Umgebung sein. Das ist die wichtigste Anforderung an jeden, der nonverbale Kommunikation verstehen und anwenden möchte.
Stellen Sie sich nur vor, wie töricht es wĂ€re, wenn bei einem Vortrag das Publikum Ohrstöpsel trĂŒge. Es wĂ€re unmöglich, etwas zu verstehen, weil die Worte des Redners gar nicht erst bei den EmpfĂ€ngern ankommen wĂŒrden. Folglich trĂ€gt das Gros aufmerksamer Zuhörer auch keine Ohrstöpsel! Wenn es aber um die lautlose nonverbale Sprache geht, hat es den Anschein, als wĂŒrden die meisten Menschen mit verbundenen Augen durch die Welt gehen – so unempfĂ€nglich sind sie fĂŒr allgegenwĂ€rtige Körpersignale. Ebenso wie aufmerksames Zuhören die Voraussetzung dafĂŒr ist, verbale Äußerungen zu verstehen, ist aufmerksames Beobachten die Voraussetzung fĂŒr das VerstĂ€ndnis von Körpersprache. Hoppla! Lesen Sie bitte nicht einfach ĂŒber diesen Satz hinweg, seine Aussage ist von zentraler Bedeutung. Planvolle, gezielte Beobachtung ist die absolute Grundvoraussetzung fĂŒr jeden, der erfolgreich Menschen und ihre nonverbalen Tells verstehen will.
Das Problem ist nur, dass die meisten Me...

Table des matiĂšres

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Widmung
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Vorwort Ich sehe, was du denkst
  7. Danksagungen
  8. 1. Die Geheimnisse nonverbaler Kommunikation
  9. 2. Unser limbisches Erbe
  10. 3. Zeigt her eure FĂŒĂŸe – Was Beine und FĂŒĂŸe erzĂ€hlen
  11. 4. Torso-Tipps – Rumpf und Schultern verraten einiges
  12. 5. Greifbares Wissen – Die nonverbale Sprache der Arme
  13. 6. Alles eine FingerĂŒbung – Wie HĂ€nde und Finger zu uns sprechen
  14. 7. Der Spiegel der Seele – Was uns die Mimik sagt
  15. 8. Der TĂ€uschung auf der Spur – Bitte sorgfĂ€ltig lesen!
  16. 9. Zu guter Letzt noch ein paar Gedanken mit auf den Weg
  17. Bibliografie
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APA 6 Citation

Navarro, J. (2010). Menschen lesen ([edition unavailable]). mvg. Retrieved from https://www.perlego.com/book/2056193/menschen-lesen-ein-fbiagent-erklrt-wie-man-krpersprache-entschlsselt-pdf (Original work published 2010)

Chicago Citation

Navarro, Joe. (2010) 2010. Menschen Lesen. [Edition unavailable]. mvg. https://www.perlego.com/book/2056193/menschen-lesen-ein-fbiagent-erklrt-wie-man-krpersprache-entschlsselt-pdf.

Harvard Citation

Navarro, J. (2010) Menschen lesen. [edition unavailable]. mvg. Available at: https://www.perlego.com/book/2056193/menschen-lesen-ein-fbiagent-erklrt-wie-man-krpersprache-entschlsselt-pdf (Accessed: 15 October 2022).

MLA 7 Citation

Navarro, Joe. Menschen Lesen. [edition unavailable]. mvg, 2010. Web. 15 Oct. 2022.