Bucolica / Georgica
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Bucolica / Georgica

Lateinisch - deutsch

  1. 334 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Bucolica / Georgica

Lateinisch - deutsch

Über dieses Buch

Since 1923 the Sammlung Tusculum has published authoritative editions of Greek and Latin works together with a German translation. The original texts are comprehensively annotated, and feature an introductory chapter. In the new volumes, additional essays delve into specific aspects of the works, illuminating their historical context and reception to the present day. The high academic quality of the new editions together with clearly written essays and annotations make the Sammlung Tusculum essential reading for students who are discovering an ancient author for the first time as well as professional scholars who would like to gain a deeper understanding of specific aspects of a given work. Moreover, the series is ideal for lay readers who would like to engage with antiquity through a reliable German translation.

The series contains over 340 titles, available in print and eBook editions, making previously out-of-print titles and rarities available again for the first time.

In order to celebrate the 90th anniversary of the series, De Gruyter is proud to present Tusculum Online, an eBook package which contains all titles that appeared between 1923 and 2013 – a fitting tribute to an important part of German publishing history.

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Information

Jahr
2016
ISBN drucken
9783110443127
eBook-ISBN:
9783110435771

BUCOLICA

HIRTENGEDICHTE

EKLOGE 1

Meliboeus. Tityrus
MELIBOEUS
Tityrus, unter dem Dach der Buche, der weithin verzweigten,
ruhst du, ersinnst ein Lied des Waldes auf zierlichem Schilfrohr.
Ich dagegen verlasse die Heimat, die süßen Gefilde:
Ich bin verbannt von daheim; du, Tityrus, lässig im Schatten,
lehrst »Amaryllis, du Schöne!« im Widerhall tönen die Wälder.
TITYRUS
O Meliboeus, mir hat ein Gott diesen Frieden geschaffen:
Denn er wird mir ein Gott stets sein, oft wird den Altar ein
zartes Lamm aus meinem Stall mit Blut ihm benetzen.
Er hat – du siehst’s – meinen Rindern umherzuschweifen gewährt und
mir auch selbst, was ich will, zu spielen auf ländlichem Schilfrohr.
MELIBOEUS
Ich missgönn’s dir nicht, staune vielmehr: Ringsum auf den ganzen
Äckern ist große Unruhe. Schau, meine Ziegen, ich treib sie
selbst voller Kummer voran! Kaum, Tityrus, schlepp ich noch die mit:
Zwillinge warf sie just hier im dichten Haselgesträuch, die
Hoffnung der Herde; auf nacktem Gestein, ach, ließ sie sie liegen.
Eichen, vom Himmel berührt, ich erinnre mich, weissagten oft uns
dieses Unheil – o wär mein Verstand nur nicht töricht gewesen!
Aber dieser Gott, wer ist es denn, Tityrus, sag’s mir!
TITYRUS
Jene Stadt, die Rom sie nennen, die hielt, Meliboeus,
dumm wie ich war, ich für ähnlich der unsren, zu welcher wir Hirten
oft, wie gewohnt, hintreiben die zarten Jungen der Lämmer.
So sind, wusst ich, den Hunden die Welpen, die Böckchen den Müttern
ähnlich, ich pflegte so zu vergleichen mit Kleinem das Große.
Doch die hob ihr Haupt so hoch zwischen anderen Städten
wie zwischen schwankenden Faulbaumbüschen stets die Zypressen.
MELIBOEUS
Und was war der so wichtige Grund für dich, Rom zu besuchen?
TITYRUS
Freiheit war es, die spät, aber doch mich Trägen noch ansah,
als schon ziemlich weiß beim Scheren der Bart mir herabfiel,
dennoch mich ansah und nach einer langen Zeit doch herbeikam,
seit mich besitzt Amaryllis und mich verließ Galatea.
Denn – ich gesteh’s – so lang mich gefangen hielt Galatea,
gab’s keine Hoffnung auf Freiheit und kein Bemühn, was zu sparen.
Wie viel Schlachtvieh aus meinen Hürden auch kam und wie fett auch
für die undankbare Stadt den Käse wir pressten,
nie kam schwer von Geld meine Rechte wieder nach Hause.
MELIBOEUS
Und ich fragte mich staunend, warum, Amaryllis, die Götter
traurig du anriefst, für wen du die Äpfel ließest am Baume:
Tityrus war nicht da. Sogar die Pinien, selbst die
Quellen, Tityrus, riefen nach dir, ja sogar diese Büsche.
TITYRUS
Was hätt ich tun sollen? Konnte ich doch aus dem Sklavenstand anders
nicht heraus noch woanders so nah die Götter erkennen.
Hier, Meliboeus, erblickte ich diesen Jüngling, für den jetzt
an zweimal sechs Tagen alljährlich unser Altar raucht.
Hier gab dieser zuerst mir auf meine Bitte die Antwort:
»Weidet wie früher die Kühe, lasst Stiere aufwachsen, Kinder.«
MELIBOEUS
Glücklicher Alter, so wird denn erhalten bleiben dein Land dir,
und dir groß genug, mag alles auch nacktes Gestein sein
und die Weiden ein Sumpf überziehen mit schlammigen Binsen.
Ungewohnte Weide wird trächtigen Tieren nicht schaden,
schlimme Ansteckung durch das Nachbarvieh nicht sie verseuchen.
Glücklicher Alter, hier zwischen Flüssen, die dir vertraut sind,
und den heiligen Quellen wirst schattige Kühle du atmen;
hier vom Nachbarrain wird wie schon immer die Hecke,
wo die Bienen vom Hybla sich nähren von Blüten der Weide,
oft mit leichtem Summen dich locken, in Schlaf zu versinken;
unter der Felswand wird in die Lüfte singen der Winzer,
heisere Ringeltauben werden, dir lieb, unterdes und
Turteltauben von hohen Ulmen zu klagen nicht aufhörn.
TITYRUS
Eher werden im Meer sich ernähren die flüchtigen Hirsche
und die See auf dem Strand nackt liegen lassen die Fische,
eher trinkt als Verbannter nach langer Irrfahrt durch Ost und
West der Germane vom Tigris, vom Wasser des Arar der Parther,
als dass seine Erscheinung aus meinem Herzen entschwände.
MELIBOEUS
Aber wir gehen dann teils von hier zu den dürstenden Afrern,
teils zum Oaxes, der mit sich Kreide führt und nach Skythien
und zu den ganz vom gesamten Erdkreis getrennten Britannern.
Schau, werd je viel später ich meine Heimatgefilde
und den mit Rasen bedeckten Dachfirst der ärmlichen Hütte
sehen, mein Reich, und dann staunen, weil wenige Ähren noch wachsen?
Dies so gepflegte Land – ein gottloser Söldner wird’s haben,
ein Barbar diese Saaten. Wohin, schau, brachte die armen
Bürger die Zwietrac...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. INHALT
  5. EINFÜHRUNG
  6. BUCOLICA / HIRTENGEDICHTE
  7. GEORGICA / LANDWIRTSCHAFT
  8. ZUM LATEINISCHEN TEXT DIESER AUSGABE
  9. ERLÄUTERUNGEN
  10. PASCUA UND RURA VON DER ANTIKE BIS IN DIE GEGENWART: ZUM FORTWIRKEN DER BUCOLICA UND GEORGICA VERGILS
  11. BIBLIOGRAPHIE
  12. FUßNOTEN

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